Projektleitung: Manuela Brandstetter

Laufzeit: Februar 2010 - September 2011

Projektträger: Verein für soziale Entwicklungsarbeit

Fördergeber: FGÖ

Projektmitarbeiterinnen: Sarah Gleich, Stefanie Hengl, Veronika Stemberger

 

 

Abstract

Die Forschungsabsicht dieser Untersuchung galt der Abbildung des aktuellen Sozial- und Gesundheitsdiskurses durch BürgerInnen einer österreichischen Grenzgemeinde in ihren verschiedenen funktionalen Rollen als VerantwortungsträgerInnen, StakeholderInnen und BürgerInnen - insbesondere in Gestalt zugezogener Familien mit Kindern - des Sozialraums Heidenreichstein. Als Ziel der Forschung galt es, die Einschätzung der Bedürfnisse von (zugezogenen) Familien aus subjektiver Perspektive (so genannter Lebensweltperspektive), genauso wie aus jener von ExpertInnen und VerantwortungsträgerInnen zu erfassen. Die Fragestellung der Fördergeber (Fonds Gesundes Österreich, Arbeitsmarktservice, Landesrätin für Gesundheit) lautete: Welchen Bedarf an Sozial- und Gesundheitsmaßnahmen haben Jungfamilien - unter besonderer Berücksichtigung des Zuzugs - in der zu untersuchenden Gemeinde?

Um diesen Bedarf der Familien erfahren zu können, wurden u. a. qualitative Forschungsmethoden eingesetzt, weil eine rein quantitative Erhebung die subjektiven Bedeutungsinhalte des tatsächlichen Bedarfes der Befragten nicht hätte darstellen könnte (vgl. Strauss/Corbin 1996). Vorgefertigte Kategorien (sozialer und gesundheitlicher Benachteiligung) in Gestalt vorab operationalisierter Items abzufragen, würde Scham und Angst vor Stigmatisierung hervorrufen. Aus diesem Grund kamen folgende qualitative Forschungsmethode zur Anwendung: Die Gruppendiskussion (Lamnek 2005), die Familien-Erhebung in Gestalt unstrukturierter Befragungen und die leitfadengestützte ExpertInnen-Befragung nach Meuser/Nagel 2005. Sämtliches Datenmaterial wurde transkribiert, anonymisiert, verfremdet sowie mithilfe des Kodierparadigmas nach Strauss/Corbin (1996) ausgewertet. Im Sinne dieses Verfahrens wurden die Datenerhebung und die -auswertung zum Teil zirkulär geführt und entwickelte Kategorien mussten aufgrund neuer Erkenntnisse immer wieder modifiziert werden. Den Findings wurden Daten aus der Sekundäranalyse des österreichischen Mikrozensus gegenübergestellt, die die qualitativen Befunde untermauerten.

 

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[Schlagworte: ländlicher Raum, Migration, soziale Benachteiligung, Exklusion]