19.09.2018

Arlt-Symposium zu Sozialer Diagnostik

 
Die Tagungsorganisatorinnen Karin Goger und Eva Grigori, FH St. Pölten (links außen) mit den Keynote-Speakern Verena Klomann & Barbara Schermaier-Stöckl (Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen, Deutschland), Ursula Hochuli Freund (Hochschule für Soziale Arbeit FHNW, Schweiz), Manuela Brandstetter (FH Burgenland) und Joseph Richter-Mackenstein (FH Kiel, Deutschland)

Fachtagung an der FH St. Pölten: Soziale Diagnostik zwischen Ownership und Datensammlung

Das Arlt-Symposium des Ilse Arlt Instituts für Soziale Inklusionsforschung widmete sich dieses Jahr dem Thema Soziale Diagnostik. Unter dem Motto „Erkennen | Entscheiden | Ermöglichen“ standen Falleinschätzungen, die Aushandlung von Lösungsmöglichkeiten und die begleitende Dokumentation im Bereich der Sozialen Diagnostik im Zentrum.

In der Sozialen Arbeit und in Einrichtungen des Bildungs- und Gesundheitswesens ist die Einschätzung der sozialen Situation der Klientinnen und Klienten essentiell für passgenaue Unterstützungsmaßnahmen. Dabei helfen Instrumente der Sozialen Diagnostik und das Konzept der „Ownership“. Dieses zielt darauf ab, dass die Klientinnen und Klienten selbst die Steuerung des Lösungsprozesses und des Unterstützungsarrangements in der Hand behalten. Begründetes Handeln sowie kooperative und durchweg transparente Prozessgestaltung sind professionelle Standards, die im Rahmen der Tagung diskutiert wurden. In diesem Prozess verhandelt die/der SozialarbeiterIn Entscheidungen in verständlicher Weise mit den Klientinnen und Klienten.

Zwischen Ownership, Dokumentation und Datenschutz

Das Arlt-Symposium bot den rund 250 Teilnehmenden in Vorträgen und Workshops vielfältige Möglichkeiten zum Austausch und zur fachlichen Weiterbildung. Unter anderem wurden folgende Fragen thematisiert: Welche Instrumente können angewendet werden, um Problemkontexte und die soziale Situation der NutzerInnen zu erfassen sowie Lösungswege zu finden? Wie wird es Klientinnen und Klienten ermöglicht, informierte Entscheidungen über Lösungs- und Unterstützungsprozesse zu treffen? Was wird wie dokumentiert, und wie schützen Organisationen die erhobenen Daten vor einer missbräuchlichen Verwendung? Zudem wurde der Einsatz Sozialer Diagnostik in der Sozialarbeit aus praktischer, theoretischer und wissenschaftlicher Perspektive beleuchtet.

„Dass wir uns an der FH St. Pölten nun zum zweiten Mal im internationalen Kontext mit Sozialer Diagnostik befassen, zeigt die Relevanz, die wir der fachlichen Auseinandersetzung mit praktischer Fallarbeit und ihren theoretischen, rechtlichen, aber auch pragmatischen Implikationen beimessen,“ so FH-Dozentin Eva Grigori von der FH St. Pölten, die gemeinem mit FH-Dozentin Karin Goger für die inhaltliche Konzeption der Tagung verantwortlich zeichnete. Die FH St. Pölten war dieses Jahr bereits zum zweiten Mal Austragungsort der Diagnostiktagung.