Abstract

Das Ziel des Projekts StegIT ist es, konkrete Verfahren und Prototypen zur Abwehr moderner steganografischer Angriffe für die Internettelefonie (VoIP) industriell zu erforschen und zu entwickeln.

Die Steganografie ist die Wissenschaft, geheime Informationen so zu übertragen und zu speichern, dass ein nicht eingeweihter Dritter die Existenz dieser Information nicht merkt. Sie ist daher besonders gefährlich im Bereich des organisierten Verbrechens, dem Drogen- und Menschenhandel, der Vorbereitung von Terrorangriffen und der Wirtschaftsspionage. Durch die zunehmende Verbreitung der Internettelefonie (VoIP) und der „Intelligenz“ der Mobiltelefone ist in Zukunft ein starkes Ansteigen der Steganografie zu erwarten.

Im ersten Projekt von StegIT im Jahr 2007 (KIRAS PL 1) ging es neben dem Know-how Aufbau um die Ausarbeitung von Konzepten und Machbarkeitsstudien zur Abwehr steganografischer Angriffe in VoIP. Weiters erfolgte eine Akzeptanzanalyse und Technologiefolgen­abschätzung. Dieses Projekt zeigte die Sinnhaftigkeit und Wichtigkeit einer Weiterführung des Projektes im Rahmen der KIRAS-Programmlinie 3, was auch von den Bedarfsträgern bestätigt wurde. Das Know-how und die Ergebnisse aus dem ersten Projekt sind erforderlich, die ständig komplexer werdenden steganografischen Angriffe zu verstehen und effektive Abwehrmaßnahmen zu realisieren.

Das Hauptziel des Folgeprojektes von StegIT ist, konkrete Verfahren und Prototypen für moderne steganografische Angriffe und Abwehrmaßnahmen zu erforschen und zu entwickeln. Die erste große Projektphase beschäftigt sich mit der Entwicklung von konkreten Verfahren und Prototypen für moderne steganografische Angriffe, die heute noch am Markt kaum verfügbar sind. Aus diesen Ergebnissen ergibt sich die zweite große Projektphase, die industrielle Erforschung und Entwicklung von Transformationsverfahren zur wirkungsvollen Abwehr steganografischer Angriffe. Dabei sollen als Ergebnis konkrete Verfahren inklusive voll funktionsfähiger Prototypen entstehen. In der letzten Projektphase werden Patente und Veröffentlichungen ausgearbeitet, die Technologiefolgenabschätzung aus dem ersten KIRAS Projekt aktualisiert, der Einfluss dieses Projektes auf das Digital Rights Management (DRM) dargestellt und ein Business Plan für eine mögliche Vermarktung der Ergebnisse erstellt.

Mit dem Projekt StegIT wird auch eine in Zukunft wichtige Exzellenz im Bereich Sicherheitsforschung ausgebaut. StegIT als fertig entwickelte Anti-Steganografie-Lösung kann Beiträge zum Wachstum der heimischen Sicherheitswirtschaft und zur Erhöhung der Sicherheit der Unternehmen, Bürgerinnen und Bürger leisten.

Der Partner im gesellschaftlichen, sozialen und kulturwissenschaftlichen Bereich - ein wichter Teil jedes KIRAS-Projekts - ist das Ilse Arlt Institut für Soziale Inklusionsforschung an der Fachhochschule St. Pölten. Die Beteiligung zielt auf die „Berücksichtigung gesellschaftlicher Fragestellungen“. Das Ilse Arlt Institut ist vor allem daran interessiert, am Beispiel der im Projekt StegIT behandelten Fragestellungen und technologischen Entwicklungen grundlegende sozialethische Fragen demokratischer Gesellschaften unter den Bedingungen moderner Technologieentwicklung zu thematisieren.

 

Literatur

Brandstetter, Manuela / Schmidberger, Marina / Sommer, Sabine (Hrsg.) (2010): Die Funktion "verdeckter Kommunikation". Impulse für eine Technikfolgenabschätzung zur Steganographie. LIT-Verlag, Münster.

Brandstetter, Manuela / Schmidberger, Marina und Sommer, Sabine (2010): Ein Geheimnis haben - Soziale Formen „geheimen Wissens“ und verdeckter Kommunikation. In: Brandstetter, M. / Schmidberger, M. / und Sommer, S. (Hrsg.): Die Funktion verdeckter Kommunikation. Impulse für eine Technikfolgenabschätzung zur Steganographie, Münster. LIT Verlag, S. 9-31.