Abstract

Im Auftrag des Landesverband NÖ der Gehörlosen wird ein Konzept für die sozialarbeiterische Betreuung von jugendlichen Gehörlosen in NÖ erstellt. Ausgerichtet an den Bedürfnissen der Jugendlichen soll im Rahmen eines Entwurfes für eine mobilen Beratungseinrichtung zweierlei erzielt werden: Rechtliche, psychosoziale und sozialarbeiterischen Hilfestellung für niederösterreichische  jugendliche Gehörlosen  in Hinblick auf Fragen der Lebensgestaltung, Berufswahl und Bewältigung der pubertären und adoleszenten Herausforderungen. Und: Unterstützung der gemeinsamer Freizeitgestaltung der Zielgruppe (Stichwort: Organisation von Jugendtreffen, Ausflügen, gemeinsame Aktionen). Basis dieses Konzeptes stellen qualitative Interviews mit betroffenen Jugendlichen, ExpertInneninterviews sowie Best Practise-Projekte national sowie international dar.


Ausgangslage

Gehörlose Jugendliche sind in gesonderten Maße von Marginalisierung bedroht:  Freundschaften mit hörenden Jugendlichen sind aufgrund der unterschiedlichen Kommunikationswege auf harte Proben gestellt. Aufgrund von fehlenden adäquaten schulischen und beruflichen Ausbildungseinrichtungen bleiben die Möglichkeiten für eine Berufswahl meist auf eine geringe Anzahl beschränkt. Beratungseinrichtungen mit Gebärdenkompetenz stehen kaum zur Verfügung. Erschwerend kommt hinzu, dass Kanäle und Medien, welche von Jugendlichen gemeinhin zur Orientierung verwendet werden, etwa Fernsehen, Internet, Radio, Zeitschriften, durch die Dominanz der deutschen Sprache nicht entsprechend genutzt werden können. Und, was die Situation der niederösterreichischen Jugendlichen kennzeichnet:  Einrichtungen, die speziell gehörlosen Menschen Hilfe und Beratung anbieten, sind größtenteils in der Bundeshauptstadt Wien zu finden und für so manche von ihnen daher schwer bis kaum erreichbar - oder auf Kosten der Trennung vom gewohnten Umfeld.


Projektziel

Erstellung eines Beratungs- und Betreuungskonzept für eine Sozialarbeit für gehörlose Jugendliche, die das Spektum Hilfe bei Fragen rund um Berufswahl,  pubertätsbedingte Herausforderung, Probleme mit Freundschaften, Familie, etc. bis hin zur Freizeitgestaltung abdeckt.