Abstract

Das Projekt beschäftigt sich mit der Situation der Kinder psychisch kranker Eltern und entwickelt für das Feld der Psychiatrie präventive Handlungsstrategien. Diese Angebote sind vor allem wichtig, weil sich aus Statistiken zeigt, dass etwa 42.000 diagnostizierte psychisch kranke Frauen im gebärfähigem Alter sind in Österreich bekannt. Dies ergibt statistisch gesehen ca. 67.000 betroffene Kinder. Da diese Kinder oft unberücksichtigt bleiben, dennoch aber starken Auswirkungen durch die psychische Erkrankung des Elternteils/der Elternteile ausgesetzt sind, will das Projekt hier einen wesentlichen Beitrag leisten.


Ausgangslage

Es gibt in Österreich etwa 42.000 diagnostizierte psychisch kranke Frauen, die zwischen 15 und 45 Jahre alt sind, wie Zahlen von Statistik Austria belegen.

Die Anzahl der Kinder dieser Frauen ist in Österreich nicht bekannt. Geht man jedoch von der durchschnittlichen Kinderzahl von 1,6 pro psychisch kranker Frau in Deutschland aus, dann würde dies für Österreich eine Gesamtzahl von ca. 67.000 betroffenen Kindern von psychisch kranken Müttern bedeuten. Nicht enthalten sind dabei Kinder psychisch kranker Väter.

Eine hohe Zahl, die für uns Motivation ist, für diese Kinder etwas zu tun. Vor allem, da diese selbst oft keine Anzeichen geben Hilfe zu benötigen und noch keine Lobby oder Sprachrohr haben. Die Auswirkungen auf die Kinder sind vielfältig und können in unmittelbare Probleme, Folgeprobleme und allgemeine psychosoziale Probleme getrennt werden. Diese stehen in einer Wechselwirkung und beeinflussen sich daher gegenseitig. Verschiedenste Einflussfaktoren verbessern oder verschlechtern die Situation des Kindes.


Projektziel

Um die Auswirkungen für das Kind so gering wie möglich zu halten, sind eine Früherkennung der gefährdenden Situation und eine adäquate Betreuung von Eltern und Kind nötig. Die Sozialarbeit kann und soll hier einen wesentlichen Beitrag leisten und in den Einrichtungen vermehrt auf diese Kinder achten und ihre Unterstützung anbieten.

Dieses Projekt hat zum Ziel, die schwierige Situation und mögliche Auswirkungen auf die Kinder anhand von bisherigem Wissen, Studien und ExpertInnenmeinungen besser zu verstehen und präventive Maßnahmen für die Kinder psychisch kranker Eltern entwickeln zu können.


Ergebnisse

Nach ausgiebiger Recherche zur Situation von Kindern von psychisch kranken Eltern sowie nach Durchleuchtung von Statistiken wurde ein Forschungsdesign entwickelt und eine Fragestellung herausgearbeitet. Diese beschäftigt sich damit, welche präventiven Hilfen Kinder psychisch kranker Eltern in ihrer Lebenssituation unterstützen können? Es wurden Leitfäden entworfen und für die verschiedenen Zielgruppen adaptiert: Befragt wurden ExpertInnen, die sich mit der Thematik bereits beschäftigt haben oder eine zielgruppenspezifische Einrichtung leiten, Erwachsene Kinder psychisch kranker Eltern, Kinder psychisch kranker Eltern und Personen die im schulischen Bereich tätig sind (Bsp.: SchulärztInnen, SchulpsychologInnen, SchulsozialarbeiterInnen).

Es wurden insgesamt zehn Interviews mit den oben genannten Zielpersonen durchgeführt. Diese Interviews werden derzeit ausgewertet und parallel dazu wird an der Erstellung eines Präventionskonzepts und Projektberichts gearbeitet. Zudem kann die Projektgruppe auf den persönlichen Austausch mit Herrn Prim. Dr. Werner Leixnering, Leiter der Abteilung für Jugendpsychiatrie an der Landesnervenklinik Wagner-Jauregg in Linz, sowie mit Frau Katja Beeck, Leiterin der Initiative „Netz und Boden“ in Deutschland, zurückgreifen. Beide waren zu einem Referat bzw. einer Fortbildung an der Fachhochschule anwesend.

Im Anschluss an die Fertigstellung des Konzepts ist für November 2008 eine Präsentation der Ergebnisse sowie des Präventionskonzepts in Form einer öffentlichen Endveranstaltung geplant.

 

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