Projektleitung: Sabine Sommer
MitarbeiterInnen: Katharina Auer, Manuela Brandstetter, Andreas Neidl
Laufzeit: März 2013 - Oktober 2013

 

Projektbeschreibung

Anders als raumplanende und sozialgeographische Forschungsansätze verstehen sich so genannte „Sozialraumbezogene Forschungsmethoden“ (Kessl/Maurer 2005) als Analyseinstrumente, welche Fragen der Regionalentwicklung und der Sozialpolitik aus der Perspektive von VerantwortungsträgerInnen gleichermaßen wie aus jener von Betroffenen erheben. ExpertInnen sowie NutzerInnen einer geplanten Maßnahme werden im Gleichklang zu bestimmten Vorhaben befragt, was bedeutet, dass Forschung auch genutzt werden kann, um einen öffentlichen Diskurs auf eine empirische Ebene zu stellen.

Prämisse des Ilse Arlt Instituts bei der Durchführung von Sozialraumanalysen ist es, die Lebenswelt von Betroffenen nicht zu verändern, dort keine Erwartungshaltungen zu wecken sowie einen maximal diskreten Umgang mit allen anvertrauten Daten und Informationen sicherzustellen. Der Teilnahme an raumspezifischen Abläufen, das Aufsuchen von Orten, Plätzen und Ereignissen (Freizeit, Schule, Ausgehen, Web-Foren u. a.), wo der Alltag von Jugendlichen selbst stattfindet, gilt das zentrale Interesse. Auch Unterbrechungen der tagtäglichen Routinen – so zum Beispiel Festivitäten und besondere öffentliche Anlässe – sind von Relevanz für eine solche Untersuchung.

Die Zielgruppe der Sozialraumanalyse sind Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren, welche im 8. Wiener Gemeindebezirk wohnen und/oder dort eine Schule besuchen, berufstätige BewohnerInnen bis 18 Jahren sowie jugendlichen BewohnerInnen die keine Schule besuchen und nicht berufstätig sind.

Um der Perspektive der im Sozialraum befindlichen Jugendlichen Rechnung zu tragen, werden so genannte lebensweltliche Erhebungs- und Analysemethoden wie z. B.: Gruppendiskussionen (Lamnek 2005), Nadelmethode (Ortmann 1996), Begehungen (Deinet/Krisch 2002) zur Anwendung gebracht. Die Sichtweise der lokalen ExpertInnen und der VerantwortungsträgerInnen für Jugendfragen fließen in Gestalt der so genannten „ExpertInneninterviews“ (Meuser/Nagel 2005) in die Analyse des Jugendsozialraumes ein.