Migration als solche stellt bereits eine Form der Schwersttraumatisierung dar. Menschen, die ihr Land verlassen, müssen den Verlust ihrer Kultur, ihrer Sprache, der vertrauten Umgebung und wichtiger Bezugspersonen bewältigen. Viele MigrantInnen haben zudem Krieg, Vertreibung, Verfolgung und Gewalt erlebt. Sie kommen in ein Land, in dem sie nicht willkommen sind und das wenig Verständnis für ihre Probleme hat.

Mit PEREGRINA und ZEBRA wurden zwei Organisationen ausgezeichnet, die bereits seit über 20 Jahren auf diesem Gebiet tätig sind und mit einem vielfältigen Beratungs- und Bildungsangebot, vor allem aber mit Psychotherapie Unterstützung bieten.

Bei der Preisverleihung hielt Mag. Heinz Patzelt, Generalsekretär von Amnesty International, die Festrede. Univ.Prof. Dr. Heinz Katschnig, Leiter des Ludwig Boltzmann Instituts für Sozialpsychiatrie, und Mag. Gerda Netopil, Leiterin der Sozialen Arbeit in ESRA, würdigten die Arbeit der beiden Preisträgerinnen.

Der Preis wird von privater Seite gestiftet und von einer unabhängigen Jury vergeben, der auch Monika Vyslouzil, Leiterin des Arlt Instituts, angehörte. Er trägt den Namen des 2008 verstorbenen Psychiaters Dr. Alexander Friedmann, der am Wiener Allgemeinen Krankenhaus die Ambulanz für Transkulturelle Psychiatrie aufbaute und bis zu seinem Tode leitete. Er war auch Mitbegründer des Psychosozialen Zentrums ESRA, das seit 1984 Überlebende der NS-Verfolgung betreut und ein international anerkanntes Traumazentrum ist.



Quelle: http://www.esra.at/