Diabetes-Coach

Johannes Pflegerl berichtete gemeinsam mit Daniela Wewerka-Kreimel, FH-Dozentin im Department Gesundheit & Soziales, über das Projekt „Diabetescoach – Elektronischer Berater für den Lebensmitteleinkauf von SeniorInnen mit Diabetes mellitus Typ 2“. Um diesen elektronischen Einkaufsberater benutzerfreundlicher zu machen, wurde er unter Einbeziehung von NutzerInnen evaluiert. Durch Tests sollte herausgefunden werden, ob das Gerät einfach und selbsterklärend bedienbar ist. Die Entwicklung dieses Einkaufsberaters ist ein bereichsübergreifendes Projekt der FH St. Pölten als Kooperation zwischen dem Ilse Arlt Institut für soziale Inklusionsforschung, dem Institut für IT-Sicherheitsforschung und dem Studiengang Diätologie, das den gesellschaftlichen Herausforderungen zu interdisziplinären und praxisorientierten Lösungen gerecht wird.

Partizipation und Soziale Gruppenkonferenzen

Sabine Sommer präsentierte ihre Arbeiten zur Anwendung Sozialer Gruppenkonferenzen in arbeitsmarktpolitischen Projekten. Im Rahmen des Modellprojektes FAIRnetzt war das Ilse Arlt Institut damit beauftragt, das Verfahren der Family Group Conference (FGC) zur „Netzwerkadaptierung“ für den Einsatz im Arbeitsmarkt zu überprüfen und zu adaptieren. Ziel ist die Aktivierung von Lösungskompetenzen Betroffener und die Ermöglichung individueller Lösungen. So können Menschen dem Arbeitsmarkt näher gebracht werden, die nicht allein durch Schulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen vermittelbar gemacht werden können.

Michaela Moser analysierte die Möglichkeiten des Einsatzes partizipativer Methoden in der Sozialen Arbeit. Beispiele sind das Projekt „Sichtbar werden“ der Armutskonferenz und der Aufbau eines KlientInnen-Beirats an der FH St. Pölten. Im Rahmen eines laufenden Masterprojekts mit Studierenden des Masterlehrgangs Soziale Arbeit der FH St. Pölten werden das Potential und der Nachholbedarf von Modellen der Partizipation und Selbstorganisation von Menschen mit Armuts- und Ausgrenzungserfahrungen erhoben und analysiert. Besonders effektiv sind solche Methoden für Ausbildungsprojekte, Qualitätsentwicklung und Unterstützungsstrukturen.

In ihrem zweiten Vortrag befasste sich Michaela Moser mit dem Thema Referenzbudgets. Referenzbudgets sind modellhafte Haushaltsbudgets für unterschiedliche Typen von Privathaushalten. Dabei wird speziell die Ausgabenstruktur von BezieherInnen niedriger Einkommen berücksichtigt. Zentral sind Referenzrahmen für notwendige Haushaltsausgaben und eine entsprechende Budgeteinteilung, um soziale Inklusion zu ermöglichen. Das Ilse Arlt Institut ist gemeinsam mit der Dachorganisation der anerkannten Schuldenberatungen in Österreich an der Weiterentwicklung der österreichischen Referenzbudgets und am Entwurf europäischer Maßstäbe beteiligt. Ziel ist, einen Beitrag zur Verbesserung der Lebenssituation jenes Viertels der EU-Bevölkerung zu leisten, das von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen oder gefährdet ist.

 

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Publikationen

Haselbacher, Christine / Sommer, Sabine und Auer, Katharina (2014): Netzwerkaktivierung in arbeitsmarktpolitischen Projekten. In: Lüthi, J. und Steinbacher, H.-P. (hrsg.), Impulse in Zeiten des Wandels. Tagungsband zum 8. Forschungsforum der Österreichischen Fachhochschulen, Kufstein. Aschenbrenner, S. 317–321.

Moser, Michaela (2014a): Macht und Partizipation in der Sozialen Arbeit. In: Lüthi, J. und Steinbacher, H.-P. (hrsg.), Impulse in Zeiten des Wandels. Tagungsband zum 8. Forschungsforum der Österreichischen Fachhochschulen, Kufstein. Aschenbrenner, S. 332–336.

Moser, Michaela (2014b): Referenzbudgets für Soziale Inklusion. In: Lüthi, J. und Steinbacher, H.-P. (hrsg.), Impulse in Zeiten des Wandels. Tagungsband zum 8. Forschungsforum der Österreichischen Fachhochschulen, Kufstein. Aschenbrenner, S. 420–424.

Wewerka-Kreimel, Daniela / Pflegerl, Johannes und Piller, Ernst (2014): Elektronischer Berater für den Lebensmitteleinkauf von SeniorInnen mit Diabetes mellitus Typ 2. In: Lüthi, J. und Steinbacher, H.-P. (hrsg.), Impulse in Zeiten des Wandels. Tagungsband zum 8. Forschungsforum der Österreichischen Fachhochschulen, Kufstein. Aschenbrenner, S. 229–233.