Wann: Wo: Bibliothek der FH St. Pölten

Bereits zum dritten Mal präsentieren Studierende des Bachelor Studiengangs Soziale Arbeit im Rahmen einer Open Lecture des Ilse Arlt Instituts für Soziale Inklusionsforschung Ergebnisse aus ihrer Forschung.

Programm

Sexismus, sexuelle Belästigung und sexuelle Gewalt in Wohngemeinschaften der Kinder- und Jugendhilfe (Patrizia Schmidt)

Diese wissenschaftliche Arbeit erforscht Handlungsstrategien und Wahrnehmungen von Jugendarbeiter*innen in Bezug auf Sexismus, sexuelle Belästigung und sexuelle Gewalt seitens männlicher Jugendlicher in Wohngemeinschaften der Kinder- und Jugendhilfe. Die Daten wurden mittels Vignettenforschung in qualitativen Interviews erhoben und durch offenes Kodieren ausgewertet. Es wurde deutlich, dass als sexistisch einzustufende Verhaltensweisen in Wohngemeinschaften ein Problem darstellen. Es sind zwar Gegenstrategien bekannt, aber dennoch besteht große Unwissenheit und Unsicherheit im Umgang mit dieser Thematik.

Intensive Case Management. Fallstudie zur engmaschigen Betreuung psychisch schwer kranker Menschen in der PSZ GmbH (Stefan Kersch)

Diese Fallstudie widmet sich den Besonderheiten, Chancen und Herausforderungen der Intensive Case Management (ICM) Betreuung des PSD in der PSZ GmbH. Konkret wurden die Wahrnehmung des Angebotes, die Auswirkungen auf die Lebensqualität, den Unterstützungsbedarf der Klient*innen und den Arbeitsprozess sowie der Stellenwert von Nähe und Distanz erforscht. Die Daten wurden durch Interviews mit Sozialarbeiter*innen und Klient*innen des PSD und Gedächtnisprotokolle erhoben. Als Auswertungsmethode wurde das offene Kodieren nach Corbin / Strauss (1999) angewandt. Als eines der zentralen Ergebnisse kann gesagt werden, dass Sozialarbeiter*innen ICM Betreuung besonders herausfordernd erleben, da sie permanent dazu angehalten sind, zwischen Basissozialarbeit und ICM Betreuung sowie den damit verbundenen Aufgabenbereichen zu wechseln.

Wie weit darf Streetwork gehen? Grenzen des öffentlichen Raums in der Mobilen Jugendarbeit (Christoph Ebner)

Eine einheitliche Definition des öffentlichen Raums lässt sich in der Praxis nur schwer vornehmen. Da Streetworker*innen hauptsächlich im öffentlichen Raum tätig sind, ist es von Relevanz zu untersuchen, wie der öffentliche Raum definiert wird und in welchen Situationen seine Grenzen von Mitarbeiter*innen einer bestimmten Einrichtung überschritten werden. Ziel der Arbeit war es zudem, teaminterne Reflexionsprozesse in Gang zu setzen um Handlungsroutinen kritisch zu hinterfragen. Die Daten wurden mittels Expert*inneninterview (Meuser / Nagel 1991) und Gruppendiskussion (Lamnek 2016) erhoben und anschließend mit der Methode des offenen Kodierens (Strauss / Corbin 1996) ausgewertet. Es zeigt sich ein Einfluss der Persönlichkeit der Mitarbeiter*innen auf die Definition des öffentlichen Raums und es können drei Settings beschrieben werden, in denen die Grenzen überschritten werden.

Anmeldung

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Aus organisatorischen Gründen bitten wir Sie, sich hier anzumelden.